Joan Miró (1893-1983)
Joan Miró wird am 20. April 1893 in
Barcelona als Sohn des Goldschmiedes Miquel Miró i Adzaries und dessen Frau
Dolors Ferrà geboren. Der Vater, von Beruf Uhrmacher und Goldschmied, stammt
aus Cornudella, die Mutter Dolors Ferrà i Oromi aus Palma Mallorca.
1900
besucht Miró eine Grundschule
in der Carrer Regomir Barcelona. Er gilt als Tagträumer und versucht sich der
Schulroutine zu entziehen. Lediglich am Zeichenunterricht findet er, dank eines
Lehrers an dieser Schule, Interesse. 1901 entstehen seine ersten Zeichnungen,
sie befinden sich nun in der Funació Joan Miró in Barcelona.
1906 beginnt Miró mit seinen ersten
Zeichenbüchern, die während eines Aufenthaltes bei den Großeltern in
Cornudella und auf Mallorca entstehen. Er malt naturalistische Gegenstände.
1907 besucht Miró die Handelsschule in
Barcelona. Zur selben Zeit schreibt er sich in der Kunstschule Llotja ein.
1910 beginnt er eine Lehre in einer
Drogerie. Im gleichen Jahr zeigt er erstmals Arbeiten (alte und neue Portraits und
Zeichnungen) in einer von der Stadt
Barcelona organisierten Ausstellung. 1911 erkrankt Miró schwer, sein Job
in der Drogerie hat nichts mit seinem eigentlichen Interesse, der Malerei, zu
tun. Moralisch niedergeschlagen und von starkem Thyphusfieber gezeichnet, erholt er sich auf dem Besitz seiner Großeltern.
Dort reift auch sein
Entschluss, sich ganz der Malerei zu widmen.
Von 1912 bis 1915 besucht er die Francesc Gali´s
Kunstschule und den Cercle Artistic de Saint Lluc. Es beginnt eine tiefe
Freundschaft mit Joan Prats. 1918 erfolgt seine erste Ausstellung in
der Galerie Dalmau in Barcelona.
1920 unternimmt Miró seine erste Reise
nach Paris. Dort besucht er auch Picasso in seinem Atelier. Seine erste Einzelausstellung findet
1921 in Paris in
der Galerie Licorne statt. In dieser Zeit trifft
Miró wichtige Persönlichkeiten, darunter André Masson und Henry Kahnweiler,
Henry Miller und Ernest Hemmingway. Von dieser Zeit an verbringt Miró jedes
Jahr die Wintersaison in Paris.
1923 arbeitet Miró kontinuierlich an
Landschaften, wobei sich diese jedoch immer weniger an der Natur orientierten,
sondern vielmehr eine Metamorphose mit phantastischen Zeichen und Elementen erfahren.
Schriftsteller und Künstler der
Avantgarde treffen sich
1924 in Massons Atelier. Miró schließt Freundschaften mit
Michel Leiris, Benjamin Péret und Roland Tual. 1925 trifft er mit den
Surrealisten um Max Ernst und Man Ray zusammen und
stellt in einer gemeinsamen Ausstellung aus. Den Katalogtext für diese Ausstellung
schreibt André
Breton.
1927 wird Miró während seiner Paris-Aufenthalte auch international bekannt. Es
entstehen Kontakte zu
wichtigen Künstlern, z.B. Kandinsky, Matisse und anderen. Zahlreiche
Auslandsreisen, verbunden mit Ausstellungen in verschiedenen Ländern, folgen.
1928 produziert er die erste Objekt-Collage mit dem Titel Spanischer Tänzer. Er
besucht Belgien und Holland, malt das Bild Niederländisches Interior in Mont-roig. 1929 entsteht die bekannte Serie
lmaginäre Portraits. Er heiratet Pilar Juncosa in Palma Mallorca.
1930 arbeitet Miró an Bildserien in
verschiedenen Stilen. Er beginnt in dieser Zeit auch mit anderen Materialien und
Medien zu arbeiten. In Mont-roig schafft
er seine ersten dreidimensionalen Arbeiten. 1931 beginnt er in Mont-roig eine Reihe
von Arbeiten auf Ingrespapier und Objektbilder.
Ab 1932 verbringt er nun wieder mehr Zeit in Barcelona, lebt und arbeitet
im Hause seiner Familie.
1934 schließt Miró einen Exklusiv-Vertrag
für die USA mit dem Galeristen Pierre Matisse. 1936 reist er mit seinen neuesten, in
New York gezeigten Arbeiten nach Paris. Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges
entscheidet er sich, in Paris zu bleiben. Seine Frau und Tochter folgen kurze Zeit
später. Die Familie bleibt bis 1940 in Frankreich.
1937 Miró
besucht gelegentlich die
Academie de la Grande Chaumiere, wo er großformatige Zeichnungen schafft.
Er produziert das Wandgemälde »The Reaper« (aufständischer katalanischer Bauer) für
den von Josep Lluis Sert und Luis Lacasa entworfenen Spanischen Pavillon
der Weltausstellung in Paris.
1939 mietet Miró für sich und seine
Familie ein Haus in Varengeville-sur-Mer in der Normandie. Im Januar 1940 entsteht
eine Serie von Gouachen, die später als Sternenbilder bekannt werden. Im
gleichen Jahr siedelt er von Frankreich nach Mallorca über.
1941 findet eine
erste Retrospektive im Museum of
Modern Art in New York statt. 1942 - 43 malt Miró fast ausschließlich
Arbeiten auf Papier. Er kehrt zurück nach Barcelona.
1944 entstehen seine ersten keramischen
Arbeiten, dabei benutzt er Ausschussmaterial von Llorens Artigas, es beginnt
eine bis 1947 andauernde erste Phase der Zusammenarbeit.
1946 entsteht seine erste Bronzeskulptur.
1947 reist er erstmals in die USA, dort produziert er ein Wandgemälde für das Plaza Hotel in Cincinnati. Während seines
Aufenthaltes experimentiert er mit verschiedenen Radiertechniken. Teilnahme an
der Ausstellung »Le Surrealisme en 1947: Exposition internationale du
surrealisme« in der Galerie Maeght in Paris, organisiert durch André Breton
und Marcel Duchamp.
Dort findet 1948 auch seine erste Einzelausstellung statt. Aimé Maeght ist sein neuer Repräsentant in Frankreich.
1949-50 malt Miró in zwei verschiedenen
Richtungen: neben der figürlich-reflektiven Malerei entwickelt er mehr und mehr
seine gestische und impulsive Bildersprache. Es entstehen Lithographien bei der
bekannten Druckerei Mourlot und Radierungen im Atelier Lacouriére. Miró schafft,
beauftragt von Walter Gropius, ein großes Wandgemälde für die Harvard
Universität. 1954 nimmt er an der Kunstbiennale in Venedig teil und wird Preisträger.
1956 residiert er von nun an ständig
in Palma und bezieht das von seinem Freund Josep Lluis Sert geplante Atelier auf
Mallorca. 1957 findet seine erste Einzelausstellung in
Deutschland im Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld statt.
1958 präsentiert Miró zwei Wandgemälde im UNESCO-Gebäude in Paris und erhält dafür den Guggenheim International Award.
1959 nimmt er an der Documenta 11 in Kassel teil. 1961 findet eine Ausstellung im Modern Art Museum in New York statt.
1963 schafft er Monumentalskulpturen für die
Fondacion Maeght, Saint-Paul-de-Vence, Frankreich. 1964 wird die Fondation Maeght in Saint-Paul-de-Vence eröffnet, nach einem Entwurf von Lluis
Sert, mit einem Labyrinth mit
Skulpturen von Miró und Artigas. 1966 produziert Miró seine erste Großplastik
in Bronze, Sonnenvogel und Mondvogel.
1968 reist er zum letzten Mal in die USA und erhält
die Ehrendoktorwürde der Harvard Universität.
Eine große Retrospektive findet
1969 im Haus der Kunst in München statt.
1970
entwirft Miró Wandkeramiken und Wandgemälde für den »Pavillon des Lächelns«
auf der Weltausstellung in Osaka, Japan. In Zusammenarbeit mit Artigas entsteht
das monumentale Keramik-Wandgemälde am Flughafen in Barcelona.
1972 wird die Fundació Joan Miró, Zentrum für
zeitgenössische Kunst, gegründet. Josep Lluis Sert entwirft das Gebäude. 1976 findet die Eröffnung der Fundació Joan Miró
mit einem großen Teil der Sammlung von Joan Miró statt.
1978 wird eine Retrospektive im Museo Espanol de
Arte Contemporáneo in Madrid durchgeführt, organisiert von der Fundació Joan
Miró.
Premiere von Mori ei Merma im Opernhaus Liceu in Barcelona mit Puppen, Masken
und Bühnengemälden von Miró. Enthüllung der Monumentalplastik Spielendes
Paar mit Mandelblüte in La Défense, Paris. 1980 erhält Miró aus der Hand von König
Juan Carlos die spanische Medalla d'Or der Schönen Künste.
1982 wird die Monumentalskulptur
Frau und Vogel im Parc de Joan Miró in Barcelona installiert.
Die ganze Kunstwelt feiert
1983 Mirós
neunzigsten Geburtstag mit zahlreichen Ausstellungen u.a.: »Joan Miró: A Ninetieth-Birthday Tribute« im Museum of Modern
Art in New York und »Joan Miró:
anys 20. Mutació de la realitat« in der der Fundació Joan Miró in Barcelona.
Miró verstirbt am 25. Dezember in Palma
de Mallorca. Er wird am 29. Dezember auf dem Friedhof Montjuic in Barcelona
beerdigt.
Referenz: Miro universe, Kunsthalle Augsburg
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Über den Zufall in der Kunst